Was ist Loden? Wissenswertes über den robusten Stoff

Was ist Loden?

Bei Wind und Wetter: mit Loden immer im Trockenen

Heutzutage ist Loden ein wenig bekannterer Stoff. Dennoch hat er eine lange Geschichte, welche bereits im 14. Jahrhundert zur Zeit der Renaissance begann. Hergestellt wird Loden aus reiner Schurwolle, welche den Stoff mit wärmenden, windabweisenden und atmungsaktiven Eigenschaften ausstattet. Aufgrund seiner Eigenschaften gilt das Material als Pionier der Outdoorbekleidung. Die Herstellung kommt ohne chemische Zusatzstoffe aus und macht Loden zu einem nachhaltigen Naturprodukt. In der Alpenregion wird das Gewebe in traditionellen Betrieben zu Trachtenmode und Jagdkleidung verarbeitet. Der Stoff wird in Grau, Olivgrün, Braun und Schwarz meliert und ist dadurch leicht zu erkennen.

So wird Loden hergestellt

Die Schurwolle für Lodenbekleidung stammt entweder vom österreichischen Bergschaf oder vom Merinoschaf aus Neuseeland. Die Wolle aus Österreich ist rauer als die neuseeländische Wolle, welche weich und anschmiegsam ist. Je nach verwendeter Wolle unterscheiden sich die Eigenschaften des Lodenstoffes. Die Art der Herstellung bildet unterschiedliche Schichten auf dem Naturstoff. Diese Vielschichtigkeit macht die Besonderheiten von Loden aus. Die einzelnen Schritte der Herstellung:

  • Zuerst wird das Schafhaar zu Garn gesponnen. Dabei werden unterschiedliche Garnstärken- und dichten produziert, wobei verschiedene Lodenarten entstehen.
  • Beim nächsten Schritt, dem Weben, wird das gesponnene Garn zu Gewebe verarbeitet. Durch die verschiedenen Webarten entstehen Lodenstoffe mit unterschiedlichem Gewicht und variierender Dichte. Da der Stoff gewebt wird ist, ist er fester und formstabiler als gewirkte Stoffe.
  • Ein besonderes Verfahren zur Herstellung von Loden ist das Walken. Dieser Vorgang verleiht dem gewebten Stoff aus Schurwolle die typische Loden-Struktur. Die Aussenseite wird mithilfe von Wasser und mechanischer Einwirkung verfilzt. Es entsteht eine ebenmässige Oberfläche und das Stoffgewebe wird versiegelt. Der spezielle Effekt bewirkt, dass das simple Gewebe durch die Behandlung mehrere Schichten erhält. Die äussere Schicht schützt gegen Schmutz, Wind und raue Wettereinflüsse, während das innere Gewebe für Stabilität sorgt und isolierend wirkt.
  • In Einzelfällen werden Lodenstoffe nachbehandelt. Das Aufrauen der Wollfasern mittels Walzen mit Haken kräftigt die Schichten. Sie gewinnen an Volumen und speichern Wärme noch besser. Eine weitere Behandlung ist das Kämmen. Ein Kamm streicht den Flor gleichmässig in eine Richtung. Die übereinanderliegenden Fasern bilden somit eine Barriere gegen Wasser, denn sie lassen es leichter abperlen.

Was ist der Unterschied zwischen Loden und Filz?

Für Laien ist der Unterschied zwischen Loden und Filz kaum zu erkennen. Nur das Grundmaterial Schurwolle verbindet die beiden Stoffe. Filz wird auf andere Weise weiterverarbeitet als Loden. Es wird ohne Garn hergestellt, es ist kein Gewebe. Die Fasern werden mit Wasser, Seife und Druck dicht ineinander verwoben. So entsteht die Filzschicht: ein wildes Vlies aus Wollfasern. Im Gegensatz zu Filz ist die Materialstärke bei Loden begrenzt. Ein oder auch mehrere Zentimeter mehr beträgt diese bei Filz. Je nach Anforderung an das Endprodukt wird Loden oder Filz für die Herstellung gewählt: Formstabile Artikel sind meist aus Loden gefertigt, wie zum Beispiel Rucksäcke. Für flexiblere Produkte nutzen die Hersteller Filz.

Wie wird Loden optimal gepflegt?

Da Loden ein schmutz- und geruchsresistenter Stoff ist, reicht meist ein Auslüften der Kleidung. Hängen Sie das Kleidungsstück nach draussen oder lassen Sie es am offenen Fenster lüften. Bürsten Sie es nach einem Tag kurz aus und die Kleidung ist wie neu. Falls Sie Loden doch reinigen müssen, nehmen Sie kaltes oder handwarmes Wasser für die Handwäsche. Bei zu warmer Wassertemperatur besteht Risiko des Einlaufens. Nach dem Waschen drücken Sie den Stoff aus und hängen ihn an die frische Luft. Da Loden empfindlich gegen Hitze ist, bügeln Sie das Loden-Produkt auf links und mit niedriger Temperatur. Der Naturstoff ist durch dank der Wolle als Ausgangsmaterial selbstreinigend. Auch Regenwasser hilft beim Reinigen des Stoffes.

Was wird aus Loden hergestellt?

Als natürliches und umweltschonendes Gut hat Loden wertvolle Eigenschaften. Es ist wasser- und winddicht, atmungsaktiv, temperaturregulierend, schmutzresistent sowie pflegeleicht. So besitzt es die optimalen Voraussetzungen als Outdoorbekleidung. Mäntel, Jacken, Westen, Hosen oder Mützen werden gerne aus dem robusten Stoff gefertigt.